— Tageslosung, Herrnhuter Brüdergemeine —

Rukararwe-Uganda | Satzung AKU

Erfahrungsbericht der Weltwärts-Freiwilligen Carolin de Schutter
(2016/2017)

Mittlerweile ist schon über ein halbes Jahr Uganda an mir vorbei geflogen. Seit ich hier Mitte August angekommen bin, habe ich mich in meinem Projekt Rukararwe und dem Städtchen Bushenyi gleich sehr wohl gefühlt. Zur gleichen Zeit als ich ankam startete auch das RETEC (Renewable Energy Technology Centre) Programm, was für mich einen großen Vorteil darstellte, da ich somit gleich viel in Kontakt mit anderen jungen Ugandern kam und somit auch meine ersten Freundschaften geschlossen habe, die bis jetzt bestehen. Das RETEC Programm hat mir sehr gut gefallen, ein paar Freunde haben mir schon erzählt, dass sie erfolgreich Solaranlagen installiert haben.

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Erster Erfahrungsbericht von Désirée Langenbrinck aus Uganda

Désirée Langenbrinck ist Weltwärts-Freiwillige in unserer Partner-Organisation „Rukararwe Partnership Workshop for Rural Development“ NGO

1.        Subjektive Beschreibung der Einsatzstelle
2.        Erfahrungsbericht der ersten Wochen
3.        Meine konkrete Tätigkeit und das Leben in neuer Umgebung
4.        Ausblick

1. Subjektive Beschreibung der Einsatzstelle
Seit dem 22.02.2010 bin ich bei der ugandischen NGO Rukararwe Partnership Workshop for Rural Development (RPWRD) eingesetzt. RPWRD wurde vor 23 Jahren gegründet und ist eine Organisation, die verschiedene ländliche Entwicklungsprojekte hervorbringt. Das Grundstück, auf dem die Organisation beherbergt ist, liegt etwas außerhalb der Stadt Bushenyi im Westen Ugandas und umfasst mehr als 4 Hektar Land. Dazu kommt eine kleine Naturmedizinklinik im Zentrum Bushenyis.

LangenbrinckAktuell werden regelmäßig von einer Frauengruppe verschiedene kunsthandwerkliche Produkte erstellt. Darunter befinden sich Flechtkörbe und Papierschmuck. Es findet dreimal wöchentlich ein Schneiderschule für Frauen statt, die langfristig zur Einkommensgenerierung, beispielsweise über die Produktion von Schuluniformen, beitragen soll. Täglich werden Patienten und Patientinnen mit Naturmedizin behandelt und die Medizin wird vor Ort hergestellt und verpackt und – wie auch in der Stadt – verkauft. Zur Reduktion des CO²-Ausstoßes in der Umgebung wurde eine Lehmziegelproduktion aufgebaut. Die Projektgebäude sind leider vor Beginn dieses Projektzweiges und deshalb nicht aus Lehmziegeln erbaut worden. Da es keinen Anschluss an das Stromnetz gibt, wird ein kleines Büro über Solarstrom betrieben. In umliegenden Gemeinden wurde die sogenannte „Zero-Grazing“-Tierhaltung gefördert. Rukararwe wird belebt von Schulklassen, die  regelmäßig Führungen durch den Projektwald und die Baumschule mitmachen, um nachhaltig das Umweltbewusstsein in der Region zu stärken und mehrfach jährlich ein ganzes Wochenende in einem umweltbildenden Schulcamp verbringen. Dazu kommt eine Vielzahl Freiwilliger und weiterer BesucherInnen, die sich für RPWRD interessieren und zum Teil auch wissenschaftliche Arbeiten in Rukararwe verfassen bzw. hier forschen und auch in einer der elf Rundhütten auf dem Gelände beherbergt werden. In enger Zusammenarbeit mit RPWRD gibt es im nahegelegenen Ruhanzesia ein Waisenhaus, für das RPWRD auch Spenden sammelt.

2. Erfahrungsbericht der ersten Wochen
Als ich am Sonntag, den 21.02.2010, nachmittags in Rukararwe ankam, bestätigte sich das idyllische Bild, das ich von Fotos hatte, sofort. In dem abgelegenen Projektdorf Rukararwe wurde ich offen aufgenommen und erhielt meine eigene halbe Rundhütte. Die erste Nacht mit den ungewohnten Geräuschen der die Hütte umgebenden Natur war nach der im Zentrum Kampalas verbrachten Woche eine große Umstellung. Am nächsten Morgen begann dann der offizielle Freiwilligendienst. Zunächst zeigte mir meine Vorgängerin Pauline alle Gebäude und stellte mich den meisten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vor. Dann fuhren wir mit Abel, der mit seiner Familie gleich neben mir wohnt und besonders im Bereich Lehmziegelbau aktiv ist, in die Stadt, um die Klinik zu sehen und erste Einkäufe zu machen. Der Tag verrannte ebenso wie die Folgenden. Zunächst habe ich mir alles angeguckt, bin mit zum Setzlinge Sammeln im nahen Kalinzu-Regenwald und zum Landbesichtigen beim Queen Elizabeth Nationalpark gefahren, habe die Besuche von Schulen begleitet, mir die Arbeit in der Schneiderei und Baumschule angesehen und das naheliegende Waisenhaus zusammen mit den Mitarbeitern aus der Baumschule besucht. Einer der beiden hatte ebenfalls erst Anfang des Jahres bei RPWRD angefangen und das Waisenhaus auch noch nicht gesehen. Dabei versuchte ich ein paar Worte der für mich sehr anspruchsvollen Lokalsprache Runyankole zu lernen und möglichst viel Zeit mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von RPWRD zu verbringen. Nach den ersten zwei Wochen hatten sich diverse Tätigkeitsbereiche für mich herausgebildet, denen ich nun nachgehe.
 
Waisenkinder
Foto: Waisenkinder in Rwanshetsya

3. Meine konkrete Tätigkeit und das Leben in neuer Umgebung
Bedingt durch mein Finanzwirtschaftsstudium ergab sich schnell, dass ich das vorhandene Material zum geplanten Ökotourismusprojekt auf die Wirtschaftlichkeit einer solchen Unternehmung überprüfen sollte. Daneben war es wichtig, dass das von Paulina aufgebaute Frauenprojekt weiter verfolgt wurde und weil ich die von ihr und Celia (YSA-Freiwillige bis Feb.2010, Kampala) ausgearbeiteten Pläne interessant und machbar fand, hielt ich an daran fest und strengte schnell die Kooperation mit Lale (aktuell YSA-Freiwillige, Kampala) an. Das bedeutete neben der Kontaktpflege zu YSA auch mit den Frauen in Rukararwe Kerzen und Seife zu produzieren und  mögliche Verpackung für die Verwendung der Produkte der Frauengruppe in Kampala zu testen. Daneben pflanzte ich im Garten einige Nutzpflanzen und lernte die essbaren Früchte in der Umgebung kennen. Die Absprache mit den zu meinem Ankunftszeitpunkt bei RPWRD arbeitenden Freiwilligen nahm viel Zeit in Anspruch, da neben den bereits genannten Ideen auch ein Kulturzentrumsplan und verschiedene weitere Ansätze vorhanden waren, die es zu sortieren und fortzuführen oder wenigstens zu verschriftlichen galt, sodass die nächsten Freiwilligen kontinuierlich  dort ansetzen können, wo die Zeit oder das Geld nicht mehr ausgereicht haben. Veranlasst durch den Besuch des Waisenhauses in Rwanshetsya fahre ich alle zwei Wochen die ca. 20 km mit dem Rad oder Boda (Motorradtaxi) dorthin, um Gruppenspiele mit den Kindern zu machen, Material für Spendengewinnung zu sammeln und die von den letzten Freiwilligen begonnenen regelmäßigen Tage fortzuführen. Besonders bei dieser Arbeit glaube ich, dass Kontinuität sehr wichtig ist.
 
Für mich persönlich ist die neue Umgebung sehr angenehm. Das Wasser selbst holen und immer reinigen zu müssen, Nahrung zum Teil aus dem Garten oder dem Wald zu nehmen, ohne Strom zu Leben und mit Menschen zusammen zu sein und zu arbeiten, die eine sich stark von der Ruhrgebiets-Großstadtkultur unterscheidende Kultur haben, birgt Herausforderungen und macht Spaß. Auch die Erfahrung, wie eine NGO in Westuganda arbeitet, funktioniert und nicht funktioniert und was durch den Einsatz der Menschen alles bewirkt wird, macht meinen Freiwilligendienst spannend.

Foto: Paulina Schmid, erste „weltwärts"-Freiwillige, die von artefact Glücksburg 2009 für ein Jahr nach Rukararwe entsandt wurde. Bis 31.12. jeden Jahres können sich Jugendliche um solch einen Freiwilligenplatz bewerben. Der Arbeitskreis Uganda-Partnerschaften hilft gern bei der Vermittlung.

4. AusblickPauline
Nach den ersten Wochen fühle ich mich immer noch wie gerade erst in Afrika angekommen und erlebe immer wieder aus meiner Sicht wundersame und zum Teil unverständliche Dinge. Trotz großer Bemühung erstreckt sich dieses Unverständnis leider zu einem großen Teil auf die Sprache. Momentan erwarte ich dort noch viel persönlichen Fortschritt. Den Anspruch, alles um mich herum zu verstehen, habe ich keinesfalls. Viel mehr freue ich mich auf das bestimmt weiterhin extrem Neue und kommende Herausforderungen. Auf die Arbeit bezogen hoffe ich, erste Ökotouristen noch während meines Aufenthaltes in Rukararwe begrüßen zu können und in Kooperation produzierte und verpackte Waren der Frauen anbieten zu können. Wie es mit den Waisenhausbesuchen in der nächsten Regenzeit weitergehen wird, macht mir noch etwas Sorgen. Auch um die Weiterführung und Umsetzung der Kulturzentrumsidee werde ich mich bemühen. Persönlich freue ich mich darauf, noch mehr vom Land und der Umgebung kennen zu lernen.


Désirée Langenbrink


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